Nachtrag zum libertären Aktionstag in Jena

Es ist Sonntagnachmittag, zwei Menschen kämpfen sich mit einem vollbepackten Handwagen durch die verschneiten und beinahe menschenleeren Straßen von Jena. Ihr Ziel – der libertäre Aktions- und Informationstag im Haus unterm Kassablanca. Uns empfing ein kuschelig warmer Ofen und nach einem heißen Kaffee war auch fix der Siebdruckstand, neben dem reichhaltigen Auslagen des Bücherstands, aufgebaut.
Im Laufe des Nachmittags finden trotz Kälte, Schnee und sonntäglicher Ruhe etwa 30 bis 40 Menschen den Weg zur Veranstaltung. Der Siebdruckstand und die Möglichkeiten, Geldbeutel aus Tetrapacks zu basteln, wurden rege genutzt und auch am Ofen kamen Menschen ins Gespräch oder vertieften sich bei einem heißen Getränk in eines der Bücher oder Infohefte. Als die Lesung mit Sebastian Kalicha begann, füllten sich auch schnell die Matratzen und Sofas im Keller. Nach zwei Stunden Lesung und Diskussion, gab es nochmals eine kurze Pause, ehe Herr Niemand aus Leipzig die Verbliebenen mit eigenen Songs beschallte und so den Tag abschloss.
Hier gibt es einen Audiomitschnitt der Lesung (allerdings aus Münster)

Freiheit kennt keine Grenzen

Was zuerst nur als Lesung gedacht war, ist ganz schnell zu etwas größerem geworden. Am Sonntag dem 5. Dez. 2010 wird in Jena ein libertärer Aktions- und Informationstag stattfinden. Die Veranstaltung soll Aktiven und Interessierten die Möglichkeit geben, ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu vernetzen. Wir denken, dass das Interesse an anarchistischen Ideen wieder wächst bzw. dass viele Menschen wieder neugierig werden, sich mit dem Thema zu befassen. Mit der Veranstaltung wollen wir einen Teil dazu beitragen diese Entwicklung zu fördern. Neben der Lesung von Sebastian Kalicha, aus dem Buch „Von Jakarta bis Johannesstadt – Anarchismus weltweit“ gibt es die Möglichkeiten, am Siebdruckstand eigene Klamotten selbst zu bedrucken, in der Auslage vom Packpapierverlag Bücherstand zu stöbern, Geldbeutel aus Tetrapacks basteln oder bei einer Portion gutem Vokü-Essen zu diskutieren.

Wo? – Haus unterm Kassablanca
Wann? Sonntag 5.12.2010 ab 15.00 Uhr (Lesung ab 18 Uhr)

Flyer

Für eine radikale Perspektive: ¡vamos! – Netzwerk für eine radikale Linke gegründet

Seit kurzem entsteht in Jena ein neuer Zusammenschluss aktiver Menschen. Unter dem Namen „¡vamos! – Netzwerk für eine radikale Linke“ soll, wie der Name schon vermuten lässt, ein offenes Netzwerk von politischen Gruppen und Einzelpersonen aus Jena und Umgebung entstehen. Der hohe aber motivierende Anspruch ist die Isolierung linksradikaler Politik zu überwinden und am Aufbau einer breiten antikapitalistischen Bewegung mitzuwirken.

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19.6.2010 Vortrag: Die neoliberale Stadt

Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1, Jena), Hörsaal 250, 18Uhr

Die neoliberale Stadt
Sicherheit Kontrolle – Räume der Konsumtion – Gentrification

Stadt und städtische Entwicklungen werden unter der Bedingung neoliberaler Ökonomie als Fragmentierung wahrgenommen. Integrative Momente haben anscheinend ausgedient. Auf einer ökonomischen, politischen, kulturellen und sozialen Ebene findet eine Neuaushandlung sozialer Verhältnisse statt. Daraus resultiert eine neue Spaltung des städtischen Raumes.
Die Restrukturierung des städtischen Raumes soll an verschiedenen städtischen Diskursen dargestellt werden: die Privatisierung öffentlicher Räume, Sicherheit und Kontrolle, neue Räume der Konsumtion (z.B. Shoppingmalls) und Gentrification städtischer Wohnquartiere.

Referent: Jürgen Mümken (Infos)
Lageplan des Hörsaals 250

Vortragsflyer

2. Libertärer Aktions- und Infotag am 27.2 in Gera

Programm

13:30Uhr Beginn

14:00Uhr Vortrag: Bildung ohne Zwang – Anarchisten als Pädagogen
von Ulrich Klemm, Ulm
Finanziell gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Am Beispiel anarchistischer Pädagogen wird die Tradition einer libertären Pädagogik dargestellt, wie sie bis heute lebendig geblieben
ist. Anarchisten zählen in der Bildungsgeschichte zu den ersten Reformpädagogen, die antiautoritäre und herrschaftsfreie Konzepte
für Bildung und Erziehung praktizierten.
Im zweiten Teil des Vortrags werden aktuelle bildungs- und schulpolitische Perspektiven diskutiert – was heißt es heute,
libertär-pädagogisch zu handeln und zu denken?

16:00Uhr Geigerzähler

17:00Uhr Vortrag: Anarchistische Perspektiven zw. Alltag&Föderation

19:00Uhr Kino

20.00 Uhr Einlass Solikonzi

ab 20.30Uhr Konzert mit Drown in Concrete, Verge on Reason, Contienda Libertad und Desgarrado

ansonsten: fette Aftershowdisse, Infostände, den ganzen Tag veganes Essen, Streetart Fotoausstellung, Tetrapacktaschen selbermachen (1,5/2l Tetrapack mit rechteckigem Boden mitbringen), evtl. Siebdruck…

Ort

Sächsischer Bahnhof
Erfurtstraße 19
07545 Gera

..direkt nebem dem Südbahnhof
(Anfahrt)

Der Theorieteil bis 20 Uhr ist Eintrittsfrei, das Konzi kostet
Solieintritt
für Projekte, wobei der Gewinn gespendet wird
und nichts in die eigenen Taschen fließt.